Allgemein, Kunsthistorisches

HEIMATBLIND

Mein Beitrag zu #KultBlick

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Städtetrips wie sie im Buche stehen gehören schon seit einigen Jahren zu meinem festen Urlaubsprogramm. Ob Paris, Florenz, Oslo oder Tokyo – immer wird suche ich die geballte Ladung ‚urbane Kultur‘. Eins haben diese Ziele alle gemeinsam: Sie sind weit weg von meiner Heimat.

Meine aktuelle Wahlheimat, wie man so schön sagt, ist derzeit München.
„Was magst Du so an München?“
„Ja… also… München ist recht grün. Und man ist schnell in die Berge oder zum See gefahren.“

So lautete bis vor Kurzem meine Standart-Antwort auf die Frage, die mir mindestens einmal pro Woche gestellt wird (Facepalm). Wenn mir jemand eine Frage über Göteborg stellt, dann sprudel ich los wie ein Wasserfall. Ist das mein Ernst? Ich vermag mehr über einmal besuchte Städte zu sagen, als über den Ort an dem ich lebe? Da wurde mir klar: ich bin wohl HEIMATBLIND.

Nicht wahrnehmen, was man vor der eigenen Nase hat, das können viele Menschen gut. Wie oft habe ich Verwandte und Freunde sagen hören: „Oh stimmt, da wollte ich ja eigentlich schon immer mal hin.“, „Da war ich als Kind mal, könnte man auch mal wieder machen.“, „Das ist doch eher was für Touristen.“. Oftmals haben wir doch die schönsten Ausflugsziele oder Aktivitäten genau vor unserer Haustür.

Wenn ich an die Kultur einer Stadt denke, was kommt mir da in den Sinn? Ich denke an Sehenswürdigkeiten, an Museen, Theater und Oper, an Konzerte, an Bibliotheken, an öffentliche Plätze, an Bräuche und Fest, an Essen und Bier (ja wirklich), an Sprache, an Menschen. Die Liste lässt sich fortführen. Und das alles hat München und Umland nun wirklich in rauen Mengen zu bieten.

Als ich mir das ins Gewissen gerufen hatte, bin ich mit offenen Augen durch die Stadt gegangen, bereit meine Umgebung neu zu entdecken. Auf dem Radl durch den Olympiapark ist wohl einer der schönsten Arbeitswege der Welt. Wenn ich mir eine Limo beim Pachmayr hole, besuche ich einen der ältesten Getränkehändler Deutschlands. Mittagessen bei Bagels und Muffins in der Barer Straße, der erste Bagelladen Münchens! (und jeden Sonntag wird hier gemeinsam Tatort geschaut)
Als Bierfan ist man in München auch bestens aufgehoben. Wiesn? Nein, Braukunst Live, Deutschlands größte Craft Beer Messe! Für Verkostung übers Jahr sorgt das Tap House am Ostbahnhof oder man kauft sich seine Lieblingssorten beim Biervana.

Aber auch die bekannten Aktivitäten in München sind bisher einfach an mir vorbeigegangen. Ich bin noch nie im Eisbach geschwommen. War noch nie bei Oper für alle. Keinen Tierpark besucht. Und noch nicht mal die Hälfte der Museen…

Ab sofort heißt es HEIMAT-♥ statt HEIMATBLIND. Alles probieren, Events wahrnehmen, Umgebung erkunden. Und wenn mich nächstes Mal jemand fragt:

„Was magst du so an München?“

dann sage ich:

„Ich hoffe Du hast ein paar Minuten, denn das ist eine lange Liste…“

Kunsthistorisches

#impressMUC

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Am Mittwoch durfte ich an meinem ersten TweetUp als ‚KultKatze‘ in München teilnehmen und dabei gleich tatkräftig meine Kommilitonen unterstützen. Mit dem vielsagenden Hashtag #impressMUC lockten die Teilnehmer des Seminares ‚Digitalen Storytelling im Museum‘ unter der Leitung von Tanja Praske in die Neue Pinakothek München. Eine Hand voll Blogger und Kunstliebhaber nahmen am Event teil und ließen sich von den Studenten durch die Daueraustellung führen.

Was ist ‚Digital Storytelling‘?

Diese Frage werden die Studenten vermutlich schon wochenlang in ihrem Seminar diskutiert haben. Ich möchte an dieser Stelle keine exakte Definition des Begriffes vornehmen, sondern einfach kurz einen Einblick geben, wie Storytelling beispielsweise anhand eines Gemäldes funktionieren kann.

Wie der Begriff schon vermuten lässt, geht es in erster Linie um das Erzählen einer Geschichte. Ein Gemälde hat oft viele Geschichten zu erzählen, die für einen Besucher jedoch oft auf den ersten Blick nicht greifbar sind. In Büchern oder einem Ausstellungskatalog könnte man an dieser Stelle vielleicht mehr erfahren. Oder es gibt einen guten Vermittler, der diese Story in den Raum trägt.
Nun könnte man denken, dass diese Rolle in einem klassischen Rundgang bereits von einem Führer übernommen wird, der einem die Fakten und Hintergrundinformationen vermittelt. Doch Storytelling ist so viel mehr, als ein Frontalvortrag.

Transmedia ist das Stichwort

Videos, Fotos, GIFs – im digitalen Raum kann ein Kunstwerk in so vielen verschiedenen Medien präsentiert werden. Und genau daran haben die Studenten bei Tanja Praske im Vorfeld getüffelt. Mit verschiedenen Apps, Blogbeiträgen und Posts auf mehreren sozialen Plattformen, wie Twitter und Instagram haben die #digKV ler versucht Werke des Impressionismus und ihre Geschichten an die digitale Community zu vermitteln. Mit der Zusammenführung all dieser Beiträge entstand dann eine ganz eigene kleine Story, die man im Netz verfolgen konnte.
Krönender Abschluss des Projektes sollte das TweetUp #impressMUC sein, an dem auch Mitlesende auf der ganze Welt via Twitter live dabei sein konnten.

#impressMUC

Das eigentliche Event hat mir absolut Spaß gemacht. Eine schöne gemischte Werkauswahl stellten uns die Studis abwechselnd vor und griffen mit ihren Vorträgen ineinander, wie Zahnräder. Inhaltlich bekamen wir zum einen einige kunsthistorische Fakten. So wurde ‚Die Sünde‘ von Franz von Stuck genutzt, um uns zu zeigen, was der Impressionismus NICHT ist. Dem gegenüber stand dann ein Paradebeispiel der Epoche – Claude Monets ‚Seerosen‘.

Vom Dandy zum Selfie – Infos und Annekdoten von damals und heute lockerten die Stimmung auf und ließen viele Assoziationen herstellen, die mir bei einem normalen Museumsbesuch nie aufgefallen wären.
Mit kleinen Accessoires passend zu den Gemälden wurde das Ganze dann noch zu einem spaßigen Erlebnis. Die einmalige Gelegenheit mich mit Sonnenblumenkranz vor van Goghs Sonnenblumen fotografieren zu lassen, habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen

Über 270 Beiträge zum #impressMUC, 55 Teilnehmer und mehr als 82.000 erreichte Personen auf allen Kanälen sind das Ergebnis. Und wie viele davon waren wohl zuvor noch nie in der Neuen Pinakothek? Digital waren sie jetzt auf ein Teil der Story rund um #impressMUC.

Ich bin auf jeden Fall beeindruckt.

Kunsthistorisches

Was ist denn ein Schapel?

Im Rahmen einer Hausarbeit habe ich mich mal ganz konkret mit einem Objekt auseinandergesetzt – dem Schapel. Kurz gesagt handelt es sich hierbei um eine mittelalterliche Kopfbedeckung, einen Kranz, der in erster Linie im Minnespiel zum Einsatz gekommen sein soll.

Wer es noch etwas wissenschaftlicher haben möchte, kann sich gerne in meine genauere Einführung stürzen. Viel Spaß!

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