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Hello Darkness, my old friend.

Hach, Sonne und Wärme – wen macht das nicht glücklich? Deshalb war ich umso skeptischer, als unser Reiseziel für Silvester 2016/17 feststand. Göteborg in Schweden.
In den Norden und das im Dezember? Da ist es doch bestimmt kalt und dunkel!
Skandinavien ist bekannt für die wunderbaren langen Sommer, in denen mancherorts (beispielsweise in Tromsø im Norden Norwegens) die Sonne zwei Monate lang nicht untergeht. Eine traumhafte Vorstellung, wie ich finde. Eine Zeit hingegen ohne richtig helles Tageslicht ist mir ein Graus. Zumindest dachte ich das vor meiner Reise nach Schweden. Doch Göteborg hat mich gelehrt, dass man die Dunkelheit auch ihre hellen Momente hat.

6 1/2 Stunden Sonne

Um es gleich vorab zu sagen: natürlich ist Göteborg kein Extrem, wenn es um die Tages- und Nachtzeiten geht. Aber auch dort lässt sich die Sonne an Wintertagen nicht allzulange blicken. Ende Dezember nur 6 1/2 Stunden um genau zu sein. Die Sonne geht gegen 9:00 Uhr morgens auf und bereits um 15:30 Uhr setzt die Dämmerung ein.
Für viele Bewohner Göteborgs bedeutet das also, dass der Start in den Tag und der Feierabend in der Dunkelheit liegen. Und ich jammer schon bei den deutschen Wintern, wenn man morgens gar nicht aus dem Bett kommt (das ist bei mir allerdings zu jeder Jahreszeit so).

Die dunkle Seite der Dunkelheit

Der Alltag in den dunklen Monaten ist also mit Sicherheit kein Zuckerschlecken. Und daraus resultierend sind Begleiterscheinungen, wie Depressionen und Vitamin-D-Mangel auch keine Seltenheit. In ‚der Freitag‘ schreibt der in Dänemark lebende Autor Michael Booth sogar, dass Island, gefolgt von Dänemark den höchsten Verbrauch an Antidepressiva aufweisen (Stand 2014).
Das sind alles Informationen, die ich weder beweisen, noch dementieren kann. Prinzipiell lass sie allerdings Skandinavien in dieser Hinsicht in keinem guten Licht dastehen. Wieso sollte man sich also eine Stadt, wie Göteborg, trotzdem als Reiseziel für die Wintermonate aussuchen?

Beautiful Darkness

An dieser Stelle kann ich nur von meinen Erfahrungen als Tourist sprechen und die waren durchweg positiv.
Als erstes muss gesagt werden, dass man die Sonnenstunden des Tages ganz schnell schätzen lernt. Man steht freiwillig früher aus und genießt jeden Strahl auf der Haut, wenn die Sonne sich mal blicken lässt. Selbst nach einer durchzechten Nacht am Neujahrsmorgen hat es uns nicht lange in den Betten gehalten, denn die Sonne war ja bereits aufgegangen.
Ein wunderbares Phänomen ist die teilweise sehr lang anhaltende Dämmerung, die schon in der Nachmittagszeit einsetzt. Die Farbenspiele, die es dann öfters am Himmel zu beobachten gibt , sind einfach nur atemberaubend. Da wird einem auch ohne Sonne ganz warm vor Glück.
Wenn die Sonne dann einmal ganz verschwunden ist, dann beginnt Göteborg erst richtig zu strahlen. Und hierfür sind die Bewohner und die Stadt auch selbst verantwortlich. Viele Straßen und Häuser sind mit Lichtern dekoriert, Denkmäler werden wunderbar angestrahlt, Plätze stimmungsvoll ausgeleuchtet. Wenn die Dunkelheit kommt, übernehmen die Göteborger selbst die Regie über das Licht.
Dazu zählt auch ein großes Feuerwerk, das die Stadt an Silvester veranstaltet – und zwar schon um 17:30 Uhr. Ja, richtig gelesen. Damit Familien mit Kindern und auch alles Feuerwerkbegeisterten entspannt in den Silvesterabend starten können, wird einfach schon mal vorher geknallt. Und das kann sich wirklich sehen lassen. Gute 20 Minuten erstrahlt dann der Himmel über dem Hafenbecken Göteborgs in allen Farben. Ein Spektakel, das sich zudem von vielen Aussichtspunkten in der Stadt gut verfolgen lässt. Auch mit der Kamera, was vor allem mein Hobbyfotografenherz erfreut.

Einfach mal ausprobieren

Ich kann es nur wiederholen: Skandinavien im Dezember ist eine Reise wert! Ein paar Impressionen meines Trips lasse ich noch bildlich hier, vielleicht leisten die größere Überzeugungsarbeit.
Für mich war das bestimmt nicht das letzte Mal und es darf auch gerne noch weiter in den Norden gehen. Und dann heißt es hoffentlich bald wieder: Hello Darkness, my old friend!

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Kontinentales

Fremdsprachen wagen!

Der nächste Urlaub steht bevor und es geht in ein fremdes Land. Man bucht Flüge, sucht nach Unterkünften und erkundigt sich über Sehenwürdigkeiten. Doch wenn man richtig Lust hat in das fremde Land einzutauchen, dann kann man doch noch einen Schritt weitergehen – die Landessprache lernen!

„Also man kann doch nicht die Sprache jedes Landes lernen, das man bereist!“

Natürlich nicht. Aber eine Reise ist doch immer ein toller Anlass sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Für mich geht es im Spätsommer diesen Jahres nach Norwegen und was soll ich sagen – das Sprachfieber hat micht gepackt. Seit ein paar Tagen wird abends vor dem Schlafengehen Norwegisch gelernt und zwar per App. Die ersten Sätze sitzen schon!

Warum sollte man sich die Mühe machen?

Sprache ist eine Bereicherung und Kommunikation ist der beste Weg zur Problemlösung. Klar, es ist nicht einfach mal eben eine neue Sprache zu erlernen. Und wenn ich von erlernen spreche, dann meine ich vielleicht ein paar Vokabeln auswendig zu lernen. Denn leider ist nachgewiesen, je älter wir werden, desto schwieriger sind neue Sprachen für uns. Aber der Aufwand lohnt sich.
Natürlich kann man sich fast überall am leichtesten auf Englisch unterhalten, aber oft zeigen sich doch schon bei der Aussprache von Orten oder Namen die ersten Schwierigkeiten.

„Where is the Vikingskipshuset?“

„I’m looking for the next train to Tromsø.“

„How do I get to Nærøyfjord ?“

Hier kann ein kurzer Crashkurs über die richtige Aussprache einzelner Buchstaben schon wahre Wunder bewirken. Und die Einheimischen wissen gleich, was man meint!

Vor Ort lernen

Zeit und Motivation für solche Unterfangen sind natürlich oft knapp. Wer sich vor dem Urlaub gar nicht aufraffen kann, hat immer noch die Möglichkeit auf seiner Reise von Schilder und Speisekarten zu lernen. Ich konnte beispielsweise bei meiner letzten Schwedenreise sehr schnell feststellen, was ‚stengt‚ bedeutet – geschlossen.
Vieles kann man in direkter Kommunikation mit den Einheimischen lernen. Auch wenn man sich mit Händen und Füßen verständigt, ein paar Wortfetzen bleiben doch immer hängen.

Danke sagen!

Einen Begriff sollte man sich allerdings vor jeder Reise zu Herzen nehmen – Danke.
Sich zu Bedanken gehört einfach zu guten Ton, egal in welcher Sprache. Das habe ich auch wieder bei meiner Sprach-App gelernt, die mich gleich darüber informiert hat, dass man sich in Norwegen besonders häufig bedankt. Danke für das Essen, danke für den gestrigen Abend, Danke für die Information.

Also in diesem Sinne:
Takk for interessen!